Sagen - Polen - Sankt Georg schützt Holland
Als der Hochmeister Albrecht mit den Polen
kriegte, waren diese schon bis zum Städtchen Preußisch-Holland
vorgedrungen, welches nicht weit von Elbing liegt, und hielten
es mit achttausend Mann umlagert; im Städtlein aber war gar
wenig streitbare Mannschaft, dennoch geschah den Belagerern ein
großer Schade, und sie vermochten nicht, Holland zu gewinnen.
Denn wenn sie einen Sturm unternahmen, sahen sie einen
bekreuzten Ritter mit einem wunderlichen uralten Helm und einem
strahlenden Panzer, darüber eine weiße bekreuzte Tunika den
Streitern voran, der immer da vorkämpfte, wo die Belagerten sich
schwach zeigten. Das haben hernachmals die Gefangenen selbst
ausgesagt, welche bei einem Ausfall gemacht wurden, und als das
Polenheer vor Holland über zweitausend Mann verloren hatte, ward
die Belagerung aufgehoben. Auch die Kugeln, die der Feind in die
Stadt geschossen, hatten keine Wirkung. Eine derselben aus einer
Rotschlange traf in eine Wiege, in welcher zwei Kinder
schliefen, ohne eines derselben zu verletzen. Ein offenbares
Zeichen höheren, göttlichen Schutzes.
Gleiche Hilfe von oben ließ auch der Stadt Elbing der Himmel
angedeihen, als im Jahre 1260 die heidnischen Polen die Stadt
mit großer Macht belagerten. Männer mit weißen schwarzbekreuzten
Mänteln kämpften an der Spitze der Christenstreiter mit feurigen
Schwertern, und die Belagerung ward gänzlich abgeschlagen und
der Feind in Unordnung und wilde Flucht gebracht.
Quelle: Ludwig Bechstein, Deutsches Sagenbuch, Leipzig 1853.



