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Hagensdorf (
Karácsfa):
Hagensdorf ist ein Ortsteil der Großgemeinde
Heiligenbrunn. Die Großgemeinde besteht weiters aus den Ortsteilen
Heiligenbrunn,
Reinersdorf,
Luising und
Deutsch Bieling. Seit 1971 besteht die
Großgemeinde
Heiligenbrunn aus diesen 5 Ortsteilen. Die Einwohnerzahl der
Großgemeinde beträgt insgesamt 989, wobei Hagensdorf mit 274 Einwohnern die
meisten Einwohner aller Ortsteile hat (Heiligenbrunn - 260;
Reinersdorf - 206;
Luising - 135;
Dt. Bieling - 114). Hagensdorf stellt mit Dir. Gerhard Schrantz
auch den Bürgermeister der Großgemeinde
Heiligenbrunn.
Hagensdorf wurde 1221 mit dem ungarischen Ortsnamen KARACHON erstmals urkundlich
erwähnt. Karachon kommt vom altmagyarischen Wort karácson, was soviel wie "das
Weihnachtsfest" bedeutet. Den Anlass zur dieser Namensgebung dürfte wohl ein
Weihnachtsmarkt in dieser Gegend gegeben haben. Der deutsche Ortsname ist erst
für das 17. Jahrhundert bezeugt. Man nimmt an, dass sich ein Personenname in ihm
verbirgt.
Im Laufe des 18. Jahrhunderts haben sich in Hagensdorf die Schwaben angesiedelt.
Unter Leopold I., Joseph I. und Karl VI wurde die Ansiedelung von Deutschen im
ungarischen Reich gefördert. So machten sich auch viele Schwaben auf den weiten
und beschwerlichen Weg nach Ungarn. Da so manchen der Weg aber zu weit und
beschwerlich wurde, sollen sich viele von ihnen gleich einfach hier
niedergelassen haben. Hinweise darauf findet man unter anderem auch im Dialekt,
der sich doch wesentlich von jenem der Nachbarorte unterscheidet.
Heute ist Hagensdorf die wunderschöne Heimat von 274 Einwohnern und der ideale
Ort für Urlauber aus aller Welt, die Ruhe und vor allem unsere unberührte Natur
genießen wollen.
Berühmt für unsere Gegend sind die unter Naturschutz stehenden Schachblumen.
Zeittafel:
1221 - erste urkundliche Erwähnung von Hagensdorf als "Koracsony", später "Karachon",
"Hadestorff" (1618)
13. Jhdt./2. Hälfte - Schleifung der Wehranlagen von Hagensdorf/Luising
als Folge der "Güssinger Fehde" (1289)
1428 - erste urkundliche Erwähnung der Kirche von Hagensdorf
1656 - Hagensdorf wird Teil der Pfarre
Heiligenbrunn
1788 - Hagensdorf wird zur Pfarre zu der auch
Luising
und Ungarisch Bieling gehören
1789 - Bau der Pfarrkirche Hagensdorf (teilw. aus dem Material der alten Kirche
vom Friedhof)
18. Jhdt. - Schwaben siedeln sich, gefördert vom ungarischen Reichstag, unter
anderem in Luising und Hagensdorf an
1843 - Großbrand in Hagensdorf - 70 Bauernhöfe und Söllnerhäuser wurden
eingeäschert; durch den Wiederaufbau entstand das heutige Straßenbild
1850 - Freiwillige Feuerwehr Hagensdorf kauft eine Handdruckspritze
1919 - Friedensvertrag von Saint Germain (Burgenland kommt zu Österreich)
1920 - ungarische Freischärler terrorisieren die Gemeinden
1921 - Venediger Protokoll beschließt die Räumung des Burgenlandes von den ung.
Freischärlern; Gräfin Erdödy (mit ihrem Mann auf Seiten der Freischärler) wird
verwundet
1930 - Hagensdorf hat 12 Kurgäste
1950 - Neue Schule in Hagensdorf
1956 - ungarischer Volksaufstand; der eiserne Vorhang wird von Ungarn entfernt
1957 - Wiedererrichtung des eisernen Vorhanges nach der Niederschlagung des
Volksaufstandes
1971 - Hagensdorf, Deutsch-Bieling,
Reinersdorf und
Luising
werden durch das Gemeindestrukturverbesserungsgesetz Ortsteile der Gemeinde
Heiligenbrunn
1974 - Gründung des Fremdenverkehrs- u. Verschönerungsvereines Hagensdorf.
Gedanken zum Friedhof (Copyright: ORF Burgenland):
Getrennte ewige Ruhe
"Im Tod sind alle gleich" - von dieser alten Weisheit lässt man sich offenbar in
den südburgenländischen Gemeinden Hagensdorf und
Luising
nicht beeindrucken: Auf dem gemeinsamen Friedhof wird genau unterschieden, wo
der Verblichene sein Leben geführt hat.
Hagensdorfer links, Luisinger rechts
Die Gemeindegrenze von Hagensdorf und Luising führt genau durch die Mitte des
Friedhofs: Links des Weges werden die Hagensdorfer begraben, rechts die
Luisinger.
"Salomonischer" Friedhof
Auch die Lage des Friedhofshügels bevorzugt keine Gemeinde: Vom Friedhofshügel
aus sind beide Ortschaften nicht zu sehen. Nach Hagensdorf sind es eineinhalb
Kilometer. Nach Luising ebenso.
Alles mal zwei
Im geteilten Friedhof auf dem gemeinsamen Hügel geht es streng, aber gerecht zu.
Es gibt alles zwei Mal: einen Friedhofsbaum für die Hagensdorfer, einen für die
Luisinger. Einen Wasserhahn für Luising, einen für Hagensdorf. Genauso wird es
mit den Friedhofsbankerln und mit den Gießkannen gehalten.
Machtwort ums Kreuz
Das Friedhofskreuz ist die einzige Ausnahme. Früher gab es zwar zwei Kreuze,
aber das war dem damaligen Bischof von Steinamanger dann doch um eines zu viel
und er sprach ein Machtwort: ein Friedhof, ein Kreuz.
Vom Sterben und Leben am Hügel
Der Friedhofshügel ist künstlich aufgeschüttet und hat eine Geschichte, die eng
mit dem Leben und Sterben in der Region verbunden ist.
Vom Grab zur Burg ...
Ursprünglich war der Friedhofshügel wahrscheinlich ein urgeschichtlicher
Grabhügel, der dann im Mittelalter zu einer Burg mit Kapelle und Wassergraben
ausgebaut wurde, sagt der Archäologe Karl Kaus.
...und von der Burg zum Grab
Aus dieser Burgkapelle wurde dann die erste Pfarrkirche. Rund um die Kirche
entstand wieder ein Friedhof. Die Kirche wurde später aufgegeben - die
Entfernung zu den Ortschaften war zu unbequem. Der Friedhof aber blieb.
Ungewöhnliche Details
Aber auch sonst hat der gemeinsame geteilte Friedhof einige Besonderheiten
aufzuweisen: Während auf anderen Friedhöfen Kindergräber meist versteckt oder
bei der Friedhofsmauer zu finden sind, liegen sie in Hagensdorf-Luising an
prominentester Stelle beim Friedhofskreuz.
Zauberzeichen gegen böse Geister
Außerdem wurden in so machen Gräbern Zauberzeichen angebracht, die die Toten vor
bösen Geistern und Hexen schützen sollen.
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