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Minihof Liebau (
Liba):
Der Ortsteil Minihof-Liebau scheint in einer Urkunde aus dem Jahre 1387 zum
ersten Mal als „Lyubehaza“ auf. In dieser Urkunde wird die Familie Szechy, die
schon die benachbarte Herrschaft Oberlimbach (heute Gornja Lendava, Slowenien)
als Eigentum innehat, auch in den Besitz der Herrschaft Dobra/Neuhaus
eingeführt. Der Ortsname Lyubehaza stammt vom altslawischen Personennamen Lyub –
was soviel bedeutet wie „lieb, wert“. Wie leicht lässt sich dieser
geschichtliche Name auf die heutige Form „Liebau“ – die liebe Au – übertragen,
ist diese Landschaft doch tatsächlich unvergleichlich schön. Der Ortsteil
Windisch-Minihof ist ein Angerdorf mit
Streusiedlung. Die erste Erwähnung des Ortes erfolgte wie bei Minihof-Liebau
erwähnt, 1387 als „Mahonycha“. Sicher ist der Name von „Mönch“ abzuleiten. Da
das Land südlich der Raab dem 1183 gegründeten Zisterzienserkloster
Szentgotthárd zum Unterhalt geschenkt worden ist und 1187 im Raabtal schon
Meierhöfe des Klosters genannt werden (Mogersdorf,
Weichselbaum,
Jennersdorf und
Rosendorf), kann Minihof
ebenfalls auf ihre Gründung zurückgeführt werden.
Einzelne Historiker (Alfred Ratz, Géza Érszegi) bringen den Ort schon früher,
und zwar mit Benediktinermönchen, in Zusammenhang, die von den Güssinger Grafen
schon 1157 das Land südlich der Raab als Klostergut verliehen bekommen haben
(urkundliche Bezeichnung „Podgrad“ – Schlossgrund). Der Ortsteil
Tauka, 1637 als „Tawka“, 1698 als „Tauca“, 1773 als „
Tunka“ bekannt, ist slawischen Ursprungs. Seine Bezeichnung kann am ehesten vom
slawischen Personennamen „Dudka“ abgeleitet werden. In der Urkunde von 1387
scheint der Ort noch nicht auf. Der in diesem Gebiet einst gepflegte Weinbau ist
in unserer Zeit sehr geschwunden, aber dennoch wird während der Sommermonate in
den Buschenschenken ein guter Tropfen angeboten. Durch den Ausbau des neuen
Grenzüberganges Tauka-Bonisdorf wurde die Bedeutung dieses Ortes als
Grenzübergang wieder wichtig.
Die Kirche in Minihof-Liebau:
Bereits vor dem Ersten Weltkrieg stand auf dem Hang gegenüber unserer heutigen
Tochterkirche ein Glockenstuhl aus Holz. Die Glocke diente der Gemeinde als
Alarmglocke und rief auch die Gläubigen zum Gebet. Im Jahre 1917 wurde die
Glocke aufgezogen.
Nach dem Krieg ging die Gemeinde daran, ein Feuerwehr- und Gemeindehaus zu
errichten. Mit der Planung und Bauausführung wurde Baumeister Kraus beauftragt.
Den benötigten Baugrund schenkte Herr Halb Karl, die Mauerziegel der
Feuerwehrhauptmann Holzmann Karl. Unter Bürgermeister Halb Franz wurde 1922 mit
dem Bau begonnen; 1924 erfolgte die Fertigstellung.
Das Feuerwehrgerätehaus wurde kein reiner Zweckbau, sondern erhielt
vorausschauend die Form einer kleinen Kirche, so wie sie heute fast unverändert
aussieht. Die im Ersten Weltkrieg verlorene Glocke wurde ersetzt und fand ihren
Platz im neuen Glockenturm. Auch sie wurde im Zweiten Weltkrieg eingezogen. 1948
fand die Weihe der neuen Glocke statt. Nach vier Jahrzehnten war dieses Haus für
die Feuerwehr und die Gemeinde zu klein geworden; als Ersatz bot sich die
ehemalige evangelische Schule an. Andererseits waren sich die evangelische
Tochtergemeinde Minihof-Liebau und Pfarrer Gibiser einig, aus dem Feuerwehr- und
Gemeindehaus ein „kleines Kirchlein“ zu machen. Unter Bürgermeister Knaus Karl,
zugleich auch evangelischer Filialkurator, begannen Tauschgespräche mit der
politischen Gemeinde Minihof-Liebau. Am 6. September 1960 wurde der
Tauschvertrag unterzeichnet. Im Jahre 1967 begannen die Adaptierungsarbeiten.
Die tatkräftige Mithilfe der ganzen Gemeinde, die großzügige finanzielle Hilfe
des Pfarrers Rometsch Jakob, des Gustav-Adolf-Vereins u. v. a. machten es
möglich, dass die Kirche am 21. April 1968 ihrer Bestimmung übergeben werden
konnte. Pfr. Rometsch Jakob hielt die Festpredigt. Superintendent Gamauf Hans
nahm die Weihe der neuen Kirche vor. Der Gemeinderat von Minihof-Liebau fasste
am 2. Februar 1970 den Beschluss, Pfr. Rometsch Jakob in Anerkennung seiner
großen Verdienste bei der Errichtung und Ausstattung der Kirche in
Minihof-Liebau die Ehrenbürgerschaft zu verleihen. Im April 1988 feierte man,
bei richtigem Aprilwetter, das 25jährige Kirchweihfest! In freiwilliger
Gemeinschaftsarbeit der ganzen Gemeinde und mit großzügigen Geldspenden der
ortsansässigen Betriebe und Gewerbetreibenden, konnte das Kirchlein zur Ehre
Gottes für das 25-Jahr-Jubiläum innen und außen wesentlich verschönert werden.
Die Gemeinde liebt ihr Kirchlein und kommt jeden zweiten und vierten Sonntag im
Monat um 8.00 Uhr zum Gottesdienst zusammen.
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