9. Alsergrund
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Das Bezirkswappen wurde 1904 von Hugo Gerard Ströhl entworfen und setzt sich aus den Siegeln der ehemaligen Vorstädte zusammen. Der Schild im Zentrum des Wappens steht für den namensgebenden Bezirksteil, die Alservorstadt. Es zeigt eine auf einem Ast sitzende Elster vor gelbem Grund und steht für den namensgebenden Alserbach. Dieser wurde umgangssprachlich auch Alsterbach (=Elster) genannt. Der linke obere Wappenteil steht für den Michelbeuerngrund, dessen Wappen ursprünglich ebenfalls eine Elster zeigte. 1986 wurde dieser Teil durch das Wappen des ursprünglichen Grundherren (Abtei Michaelbeuern) mit zwei Adlerflügeln in geteiltem, rot bzw. blauem Feld ersetzt. weiter |
Der Alsergrund wurde 1850 aus sieben Vorstädten gebildet. Die Namen der Vorstädte haben sich noch heute in Namen, aber auch Bewusstsein vieler Bewohner erhalten. Im Nordosten des Bezirksgebietes befindet sich der Althangrund, der überwiegend mit öffentlichen Einrichtungen und Infrastrukturbauten wie dem Franz-Josefs-Bahnhof, der Wirtschaftsuniversität Wien, den Instituten der Geowissenschafts-, Mathematik-, Pharmazie- und Biologiefakultäten der Universität Wien, dem Verkehrsamt sowie der Post- und Telegraphendirektion verbaut ist. Im Norden befindet sich zudem die Spittelau mit der Müllverbrennungsanlage Spittelau. Südlich des Althangrunds schließt sich die Roßau an, die großteils mit Wohnbauten verbaut ist. Zu den wichtigsten Anlagen gehören die Roßauer Kaserne, das Servitenkloster, der Jüdische Friedhof. Auch das Palais Liechtenstein gehört zur Roßau, und nicht zum nördlich gelegenen Lichtental, einem Wohngebiet mit gleichnamiger Pfarrkirche. Im Süden des Bezirksgebietes liegt die Alservorstadt, deren südlicher Teil dem 8. Bezirk Josefstadt zugeschlagen wurde. Der Bezirksteil ist großflächig mit universitären Einrichtungen wie dem Alten AKH und der Medizinischen Universität Wien verbaut. Zudem liegen in der Alservorstadt die Votivkirche und das St. Anna Kinderspital. Im Osten liegt der Bezirksteil Michelbeuern, dessen südlicher Teil praktisch vollständig vom Wiener AKH eingenommen wird. Nördlich davon liegt der Himmelpfortgrund. Dieser Bezirksteil ist fast ausschließlich mit Wohnbauten besiedelt und beherbergt zudem das Sanatorium Hera. Der nördlich und östlich gelegene, zweigeteilte Thurygrund ist ebenfalls hauptsächlich Wohngebiet.

Römerzeit und Frühmittelalter:
Die frühsten Ausgrabungen im Alsergrund stammen aus der Römerzeit, als der
Limes durch den Bezirk führte. Zu den erhaltenen Überresten dieser Zeit zählen
Reste der Straße, Grundmauern eines Limesturmes, Überreste der Lagervorstadt
sowie einige Votivsteine und Altäre.
Erste Besiedelungen erfolgten um das Jahr 800 durch bayrische Kolonisten, die
mit St. Johann an der Als eine von mehreren stützpunktartig angelegten
Kirchensiedlungen entlang des Limes gründeten. Ein weiterer früher
Besiedelungspunkt befand sich im heutigen Bezirksteil
Michelbeuern, wo ein Hof der Benediktinerabtei
St. Michael zu Beuern erstmals 1072 urkundlich genannt wurde.
Der Alsergrund im Hoch- und Spätmittelalter: Um
St. Johann an der Als entwickelte sich im Hochmittelalter eine erste Siedlung (Siechenals),
die über ein Hospital und eine Kirche auf einem Hügel, rechts der Als,
verfügte. 1158 überantwortete Heinrich der II. Jasomirgott dem Schottenstift
den Grundbesitz und das Pfarrrecht des Gebietes zwischen dem Tiefen Graben, der
Kirche St. Johann und der Als bis zur Mündung in die Donau. Wichtigste
Einnahmequelle des Gebietes war der Weinbau am so genannten "Schottenpoint".
Auch am heutigen Donaukanal entwickelte sich ein kleines Fischerdorf, dessen
Kirche 1255 als St. Johann im Werd erstmals genannt wurde. Am Schottenpoint ist
des weiteren 1239 das Maria-Magdalen-Kloster belegt, in nächster Nähe befand
sich der Neuburgerhof (Klosterneuburger Hof) des Stifts Klosterneuburg. Neben
dem Weinbau wurde auch Löss abgebaut und Ziegel erzeugt. Einer der Öfen löste
1276 einen Großbrand aus, der neben dem Fischerdorf auch die Stadt Wien
vernichtete. Nur 150 Häuser der Stadt blieben verschont. Das Fischerdorf wurde
in der Folge wiederaufgebaut, befand sich im 13. und 14. Jahrhundert in ständig
wechselndem Besitz verschiedener Klöster. Die so genannte Fischervorstadt
verfügte jedoch immerhin über eine eigene Pfarrkirche. Die Bewohner lebten vor
allem vom Fischfang. 1477 und 1485 war das heutige Bezirksgebiet vom
Ungarnkönig Matthias Corvinus besetzt, der die Stadt Wien belagerte. 1486
konnte Matthias Corvinus schließlich in Wien einziehen.
Sehenswertes in Alsergrund:
Canisiuskirche -
Chemisches Institut -
Fernwärme -
Hosenträgerhaus -
International Theatre Vienna -
Jüdischer Friedhof Roßau -
Medizinhistorische Museum
(Josephinum) -
Kirche Maria de Mercede -
Liechtenstein-Museum -
Linienkapelle -
Palais Althan-Pouthon -
Palais Angerer
- Palais Bauer -
Palais Chotek -
Palais Clam-Gallas -
Palais Festetics -
Palais Khevenhüller -
Palais Liechtenstein -
Palais Schlick -
Palais Strudlhof -
Palais Wimpffen -
Pfarrkirche Lichtental -
ehem. Ringtheater -
Roßauer Kaserne -
Schwarzspanierkirche -
Servitenkirche -
Sigmund Freud Museum -
Strudlhofstiege -
Studio Molière - Volksoper
- Votivkirche -
Werkstätten- und Kulturhaus (WUK)